#dranbleiben für moderne Familienpolitik

Ingrid Hack, Landtagsabgeordnete für den Kölner Süden, ist Vorsitzende der Enquetekommission Familienpolitik. Die Ergebnisse von zwei Jahren Arbeit werden bald veröffentlicht. Ich habe schon mal nachgefragt, wie moderne Familienpolitik aussehen sollte. 

Welche Möglichkeiten gibt es eigentlich auf Landesebene, Familien zu unterstützen und Familienleben zu erleichtern?

Wichtig ist zunächst festzuhalten, dass es die Familie nicht gibt und folglich auch nicht die Familienpolitik, die mit ihren Maßnahmen alle gleichermaßen erreicht und zufriedenstellt. Wir müssen vor allem die Vielfalt heutiger Familien sehen und in unserer Politik berücksichtigen.
Im Land können wir vor allem beim Thema Bildungsausgaben, z.B. Kita-Gebühren entscheidend einwirken, und wir können noch deutlicher Vorreiter für familiengerechtere Arbeitszeiten sein. Das Land ist immerhin ein großer Arbeitgeber.

Wir hören immer wieder, dass Gebührenfreiheit in der Kita sowieso nur Besserverdienenden nutzt, weil alle anderen sowieso keine Gebühren zahlen.
Das ist wirklich ein Märchen. Ist jemand mit 12.271 € Jahreseinkommen Besserverdiener? Ab diesem Betrag müssen z.B. in Köln Gebühren für die Kita oder die Tagespflege gezahlt werden. Es gibt Kommunen in NRW, die Gebühren ab 1 € Verdienst berechnen. Wir wissen, dass Familien mit einem geringeren Einkommen einen viel größeren Anteil davon für Bildung ausgeben müssen.
Wir investieren deshalb schon eine große Summe in das letzte Jahr vor der Einschulung der Kleinen, das in NRW gebührenfrei ist. Die SPD plant, dies auszuweiten und 30 Stunden in der Kita (oder in der Tagespflege) komplett beitragsfrei zu machen. Das wird eine bedeutende Entlastung für Eltern sein!

Wie kann mehr Zeit für Familien ermöglicht werden? Der Tag hat immer nur 24 Stunden…
Das kann vor allem vor Ort, also in den Kommunen passieren. Das Land kann seine Beratung für Kommunen ausweiten, die noch familiengerechter werden wollen. In der Wirtschaftsförderung wird jeder eine „one-stop-agency“, wie es so schön heißt, richtig und selbstverständlich finden, z.B. für GründerInnen. Warum gibt es das nicht auch für Familien? Alle Fragen rund um Familie müssen aus einer Hand, bei einer Stelle beantwortet werden können. Derzeit laufen Eltern zu x Ämtern, um Kindergeld, Kitaplatz, OGS-Platz, eventuelle Ermäßigungen, Unterhaltsfragen, haushaltsnahe Dienstleistungen usw. zu klären. Das muss einfacher werden.