Die NRW-Landtagsabgeordnete dos Santos Herrmann kritisiert Stillstand im Land bei wichtigen Projekten

Die Kölner NRW-Landtagsabgeordnete Susana dos Santos Herrmann (8.v.l.) mit SPD-Mitgliedern im Parteihaus in der Magnusstraße.

„Schwarz-Gelb verschleppt Ausbau des Bahnknotenpunkts Köln“

 

Die Kölner NRW-Landtagsabgeordnete Susana dos Santos Herrmann (SPD) hat der Landesregierung vorgeworfen, den Ausbau des Bahnknotenpunkts Köln nicht zügig genug voranzutreiben: „Wir benötigen für die Erweiterung des Kölner Hauptbahnhofs und des Deutzer Bahnhofs eine Beschleunigung der Planungsprozesse“, betonte die für den Stadtteil Altstadt Nord und Deutz zuständige Politikerin bei einer Veranstaltung des SPD-Ortsvereins Köln-Mitte am Dienstag, den 3.7. in der Kölner Innenstadt. Die Politikerin, die Mitglied im Verkehrsausschuss des Landtags ist, verwies auf die große Bedeutung des Bahnknotenpunkts für ganz Deutschland. Zugverspätungen im Kölner Zentrum hätten Auswirkungen auf das Umland und könnten bis in das gesamte Bundesgebiet ausstrahlen. Aufgrund des hohen Fahrgastaufkommens zu den Hauptverkehrszeiten und der damit verbundenen Enge auf den Bahnsteigen im Hauptbahnhof gebe es ein nicht zu unterschätzendes Verletzungsrisiko für die Menschen: „Hier besteht dringender Handlungsbedarf“, erklärte die Abgeordnete.

Mit täglich rund 280.000 Reisenden steht der Kölner Hauptbahnhof auf Platz fünf der meistfrequentierten Fernbahnhöfe der Bahn. Der Kölner Eisenbahnring gilt im nationalen und internationalen Vergleich als extremer Verkehrsengpass. Derzeit müssen sich Züge rund um die Stadt oftmals die Gleise teilen. Dieser Engpass soll durch den Neubau von jeweils einem zusätzlichen Bahnsteig für S-Bahnen im Kölner Hauptbahnhof sowie dem Deutzer Bahnhof deutlich entschärft werden. Um die zunehmenden Fahrgastzahlen zu bewältigen, soll zudem der Takt der S-Bahnlinie 11 zur Rush-Hour von bisher 20 auf zehn Minuten erhöht werden.

 

„Die Landesregierung muss jetzt Tempo machen“

 

Dos Santos Herrmann forderte darüber hinaus eine „Lex Hauptbahnhof“. Gegnern des Bauprojekts solle nur noch eine Klageinstanz eingeräumt werden. Die SPD-Politikerin verwies hierbei auf das Beispiel der neuen A1-Rheinbrücke bei Leverkusen, für welche die Klagemöglichkeiten für Anwohner ebenfalls auf nur eine Instanz eingeschränkt worden waren. Die Verkehrspolitikerin begründete ihren Vorstoß mit der Sorge, dass der Ausbau des Kölner Hauptbahnhofs durch jahrelange juristische Auseinandersetzungen massiv verzögert werden könne: „Die Kölner leiden schon heute darunter, dass es mit vielen Projekten in der Stadt nicht schnell genug vorangeht. Die Landesregierung muss jetzt Tempo machen.“

 

Die SPD-Abgeordnete warf der Koalition zudem vor, die Einführung des Azubi-Tickets zu verzögern. Bis zum Beginn des kommenden Ausbildungsjahres im September bleibe der Regierung von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) praktisch keine Zeit mehr, ihr Vorhaben noch umzusetzen, da die Verkehrsverbünde die organisatorischen Vorarbeiten in der kurzen Zeitspanne kaum noch leisten könnten. Dos Santos Herrmann erinnerte daran, dass das Azubi-Ticket ursprünglich eine Idee der rot-grünen Vorgängerregierung gewesen sei, welche die CDU im Wahlkampf 2017 übernommen habe: „Erst die Idee klauen und sie dann verschleppen – so nicht, Herr Laschet!“