Martin Schulz besucht Ostheim

Innovative Wohnformen fördern 

Wohnungsnot bekämpfen und innovative Wohnformen fördern – gemeinsam mit der mehrheitlich städtischen Wohnungsgesellschaft GAG ist das im Kölner Stadtteil Ostheim möglich geworden. Damit mehr solcher Projekte realisiert werden können, müsse es „eine Priorität für solidarische Modelle des Bauens geben“, forderte Schulz. Er machte in einer lebhaften Diskussion mit Bewohner*innen des Hauses deutlich, dass er sich mehr davon vorstellen könnte. Doch schon bei den Koalitionsverhandlungen mit der Union Anfang 2018 sei klar geworden, dass es an dieser Stelle nur wenig Gemeinsamkeiten gebe.

Das kann ich nur bestätigen. Im Land hat Bauministerin Scharrenbach (CDU) etwa die Wohnbauförderung um 300 Mio. auf 800 Mio. Euro gekürzt. Auch die spezialisierten Beratungsstellen für „innovative Wohnformen“ sind im vergangenen Jahr eingestellt worden. Dabei brauchen Initiatoren von Mehrgenerationenhäusern z.B. qualifizierte und schnelle Beratung , damit aus einer Idee möglichst rasch Realität werden kann.  

Mehr als Wohnen: Leben

Dies ist umso wichtiger als die Altersforschung eindeutig zeigt, dass Menschen länger gesund und aktiv bleiben, wenn sie einer Gemeinschaft leben. Stefan Mauritz, örtlicher SPD-Vorsitzender und Altersforscher an der Universität zu Köln, sprach von den positiven Auswirkungen neuer Lebensgemeinschaften, wenn beispielsweise der /die Lebenspartner*in versterben.

Das Mehrgenerationenhaus in Köln-Ostheim ist ein gelungenes Beispielt dafür wie man aus Wohnraum echten Sozialraum schafft. Davon habe ich mich bei einem Rundgang durch das Haus mit Martin Schulz, MdB und der Kandidatin für das Europaparlament Claudia Walther überzeugen können. 

Das Konzept des Hauses lässt sich so zusammenfassen. Bezahlbaren Wohnraum für Menschen aller Altersgruppen und zugleich Gemeinschaft organisieren, um sich im Alltag zu unterstützen, sozio-kulturelle Angebote und Kooperation im Stadtteil sind die Bestandteile des gemeinnützigen Ansatzes. In Ostheim gehören auch ein gemeinsamer Garten und ein von der GAG gestifteter kleiner Pavillon dazu, in dem Musik gemacht werden kann. 

Das Konzept geht auf: die Mischung der Generationen und Geschlechter ist im Haus sehr gelungen und ausgewogen.