Alle Artikel mit dem Schlagwort: Industrie

PM Coronaausbruch Coesfeld

Lisa-Kristin Kapteinat
Josef Neumann

„Land ist gefordert: Fleischindustrie muss in die Verantwortung genommen werden“

 

Der Ausschuss für Arbeit, Soziales und Gesundheit des NRW-Landtags hat sich heute mit dem Corona-Ausbruch in Schlachthöfen befasst. Dazu erklären Lisa Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW, und Josef Neumann, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion:

 

„Der Skandal im Großschlachthof Coesfeld ist nur die Spitze eines Eisbergs. Wir haben es mit einem gravierenden Systemfehler zu tun. Die gesamte Fleischindustrie ist darauf aufgebaut, mit Werksvertragsarbeitern, die allesamt bei Subunternehmern beschäftigt sind, einen maximalen Profit herauszuholen, ohne die gesamtgesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Das sorgt für katastrophale Missstände beim Arbeits- und Gesundheitsschutz und hat in Coesfeld und andernorts für neue Seuchenherde gesorgt.

 

Wir fordern die Landesregierung auf, diesen Wildwuchs zu beenden und endlich im Bundesrat gesetzgeberisch aktiv zu werden. Seit Jahren werden die gravierenden Missstände festgestellt, jetzt muss gehandelt werden. Das normale Arbeitsverhältnis nach deutschem Arbeitsrecht muss wieder der Standard sein – gerade auch in der Fleischindustrie. Aber nicht nur dort: Auch bei den Erntehelfern und in der Baubranche gibt es häufig Missstände beim Arbeits- und Gesundheitsschutz.  Diese Unternehmen dürfen sich nicht mehr aus ihrer Verantwortung wegstehlen. Sie müssen dafür verantwortlich sein, wie und unter welchen Bedingungen die Beschäftigten ihrer Firmen arbeiten und leben können. Das Prinzip der Nachunternehmerhaftung ist auch hier geboten, um den Verschiebebahnhof bei der Verantwortlichkeit zu unterbinden.

 

Das Ganze hat auch eine europäische Dimension. Wir dürfen es nicht zulassen, dass das Corona-Virus aus deutschen Seuchenherden in ganz Europa verbreitet wird.“

PM Energieversorgungsstrategie

 

Marc Herter

„Energieversorgungsstrategie der Landesregierung:

Unwillen, Ratlosigkeit und eine verpasste Chance“

 

Die Landesregierung hat am 10.07.2019 im nordrhein-westfälischen Landtag ihre Energieversorgungsstrategie vorgestellt. Dazu erklärt Marc Herter, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion im Landtag NRW:

 

„Die Energieversorgungsstrategie der Landesregierung ist in weiten Teilen unverbindlich. Und an einem wesentlichen Punkt doppelzüngig. Die Strategie erwähnt   ,theoretische Potenziale‘ für die Verdoppelung von Windkraft und Photovoltaik. Das konkrete Regierungshandeln, wie etwa bei der Änderung des Landesentwicklungsplans, ist das genaue Gegenteil.

Bei der Photovoltaik gibt es keine konkreten Maßnahmen, bei der Windkraft reduziert sie die Potenzialflächen in NRW massiv durch eine pauschale Abstandsregel, die nicht einmal rechtssicher ist. Das Verstecken hinter genehmigten aber noch nicht gebauten Windrädern und das Zeigen auf den Bund sind einfach nur noch hilflos. Ansonsten werden ein paar Leitfäden, Webseiten und Beratungssprechstunden vorgeschlagen, nach dem Motto: wird schon werden. Das ist verantwortungslos angesichts der Herausforderungen, vor denen das Energie- und Industrieland NRW steht.

Die Energieversorgungsstrategie enthält auch richtige Analysen und Ansätze, etwa was die Nutzung von Gaskraftwerken und Gasinfrastrukturen angeht, die Senkung der Stromsteuer oder die Stärkung von Kraft-Wärme-Kopplung und Geothermie angeht. Das Bekenntnis zum Kompromiss der Kommission ,Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung‘ ist zu begrüßen. Leider verpasst die CDU/FDP-Landesregierung die Chance, mit der Energieversorgungsstrategie einen konkreten, belastbaren und von den demokratischen politischen Kräften mitgetragenen Pfad für die Energiewende in NRW vorzulegen. Das ist eine verpasste Chance.“

 

Meine Tipps zum Tag des Offenen Denkmals

Kölner Industriearchitektur entdecken

Alljährlich am zweiten Septemberwochenende findet der Tag des Offenen Denkmals statt. Am 10. und 11. September 2016 öffnen sich daher wieder die Türen zu alten Gemäuern, zu Privathäusern, zu versteckten unterirdischen Schätzen und und und. Zur einfacheren Orientierung veröffentlicht die Stadt Köln dazu eine Art Katalog. Ich habe mal durchgeblättert und eine kleine Tour des Industriedenkmals zusammengestellt:

Los geht es im ehemaligen industriellen Herzen von Köln – im Stadtbezirk Kalk. An der Rolshover Straße im Stadtteil Gremberg empfehle ich eine Besichtigung des ehemaligen Fabrikgebäudes von Gottfried Hagen. Das um 1900 entstandene Gebäude ist ein Musterbeispiel der Industriearchitektur.
Adresse: Rolshover Straße 87-91, 

Von Gremberg geht es weiter nach Deutz. An der vielbefahrenen Deutz-Mülheimer Straße befindet sich die Dreigelenkbogenhalle. Sie gehört zur Via Industrialis und diente über Jahrzehnte als Postlager. Heute beherbergt sie mit der DesignPost einen Showroom internationaler Einrichtungshäuser
Deutz-Mülheimer Straße 22a. 

Zum Abschluss dieser Tour verlassen wir die großindustriellen Räume und besuchen eine ehemalige Schweißerhalle. Mitten in Stadt, an der Venloer Straße zeugt sie von der räumlichen Nähe von Arbeit und Wohnen in der Vorkriegszeit. Nach dem zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut dient die Halle heute als Galerie. Ein Kranbau inklusive sogenannter Laufkatze erinnert an alte Produktionszeiten. 
Venloer Straße 19, Hofdurchgang

Viel Spaß bei der Entdeckungstour!

Weitere Tipps:
http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/freizeit-natur-sport/veranstaltungskalender/tag-des-offenen-denkmals-2016

Ellmühle: Grün-Schwarz sind Arbeitsplätze egal

„Ich bin einfach fassungslos, mit welcher Kaltschnäuzigkeit Grün-Schwarz im Wirtschaftsausschuss agiert hat.“ Jörg van Geffen, wirtschaftspolitischer Sprecher der Kölner SPD-Ratsfraktion, nimmt kein Blatt vor den Mund. Scharf kritisiert er die Entscheidung von Grün-Schwarz weiterhin nichts für den Erhalt der 50 Industriearbeitsplätze der Ellmühle in Köln tun zu wollen.

CDU/Grüne verfolgen Deindustrialisierung

Zum Hintergrund: Das Unternehmen GoodMills verkauft seine traditionsreiche Produktionsstätte am Deutzer Hafen, um eine attraktive Neuentwicklung des Geländes im Sinne der Stadt zu ermöglichen. Die Produktion soll aber weitergeführt werden. Schon Ende Juli schlug die SPD-Fraktion OB Reker vor, dazu ein Grundstück im Niehler Hafen auf seine Eignung zu prüfen und mit der Geschäftsführung in Kontakt zu treten. Ausdrücklich lehnten CDU, Grüne, FDP und Reker selber dieses Anliegen ab. Nicht nur riskiert die politische Mehrheit damit 50 hochproduktive Industriearbeitsplätze in Köln. Eine echte Chance für die Stadt wird ebenso verworfen: Denn das vorgeschlagene Grundstück im Niehler Hafen gehört der städtischen Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK). Es könnte langfristig verpachtet werden und dauerhafte Einnahmen sichern.